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Schaurige Szenen spielen sich ab auf den unkonventionellen Buntstift- und
Tuschezeichnungen und Gemälden des jungen Berliner Künstlers Peter Feiler:
Zusammengesetzt aus einzelnen Handlungsmomenten entfalten sich in feinen
Schraffuren ganze Weltgebäude aus in klaustrophobischem Miteinander
entstehenden Gräueltaten, die der Mensch dem Menschen antun kann. Im
Negativen, Abgründigen, Perversen sucht Peter Feiler die fließende Grenze
zwischen der sichtbaren Welt und der subjektiven Welt der Gedanken und
Vorstellungen.
Die latente Aggressivität in Gestus und Mimik der Protagonisten relativiert
sich durch die sanfte Farbgebung und filigrane Ausführung der Blätter und
zieht den Betrachter so in ihren Bann, nur um ihn derart in falscher
Sicherheit wiegend mit der vollen Brutalität der schwärzesten Seite der
menschlichen Seele zu konfrontieren: Missbrauch, Vergewaltigung, Folter,
Kinderschändung, die er, mal nur angedeutet, mal in krasser Bildlichkeit vor
Augen führt.
Katharina Klara Jung, 2006 |